Refugees Welcome!


Gelebte Solidarität mit Flüchtlingen und Asylsuchenden - vielerorts ist sie längst Realität. Manchmal sind es nur wenige Personen, die sich zusammentun, um Flüchtlinge in ihrer Kommune willkommen zu heißen und Rassismus entgegenzutreten. Doch ob große oder kleine Initiativen: Nachahmenswert sind sie alle! Durch einen Klick auf das jeweilige Bild erfahren Sie mehr darüber, wie auch Sie Flüchtlinge unterstützen können.

 

Der Einsatz der Initiative Runder Tisch für Toleranz für Flüchtlinge im brandenburgischen Wandlitz strahlt auf die gesamte Stadt aus: Nazis haben hier keine Chance mehr. Als Vertreter der rechtsextremistischen NPD bei einer Kundgebung ihre rassistischen Parolen verbreiten wollten, stellten sich viele Wandlitzer ihnen entgegen. Bild: Gemeinde Wandlitz
Rassismus ist kein Fangesang: Bei jedem Heimspiel des Fußballvereins "Dynamo Dresden" prangt dieser Slogan auf der Anzeigetafel unter der Torzählung. Gemeinsam mit der antirassistischen Faninitiative 1953international will Dynamo Dresden Rassismus aus den Fankurven verbannen, Wissen über Flüchtlinge vermitteln und Kontakte zu ihnen herstellen. Weitere Informationen hier. Bild: AG Asylsuchende Sächsische Schweiz/Osterzgebirge
Flüchtlinge brauchen Menschen, denen sie in ihrer neuen Umgebung vertrauen können. Davon sind die sieben Jugendlichen in der Initiative Hilfe für Flüchtlinge überzeugt - schließlich haben einige von ihnen selbst eine Flucht hinter sich. Über einen Anbieter von Integrationskursen fanden die Jugendlichen zu den Flüchtlingen, die jetzt dreimal die Woche Nachhilfe bekommen, zu Stadtspaziergängen eingeladen werden und eine Telefonnummer haben, die sie jederzeit anrufen können. Bild: Jugend hilft!
Der Berliner Verein Multitude organisiert in Flüchtlingsunterkünften Deutschunterricht, parall wird eine Kinderbetreuung angeboten. Zudem organisiert Multitude vielfältige Gemeinschafts-Events und setzt sich für Flüchtlinge ein – auch durch Kritik an den Betreibern mancher Unterkunft. Im Jahr 2013 verbot die Firma PeWoBe dem Verein das Unterrichten und machte klar, wofür es sich zu streiten lohnt: Freien Zugang zu Asyleinrichtungen für ehrenamtliche Initiativen! Bild: Multitude
Herausfinden, welches Informationsmedium in der eigenen Stadt am meisten gelesen wird, und gezielt dort eine Artikelserie über die Situation der Flüchtlinge in der örtlichen Sammelunterkunft anbieten: Das haben die Jugendlichen vom Demokratieprojekt "Lola für Lulu" getan und damit eine Informationslücke gefüllt. Wenn die NPD in der Stadt wieder gegen Flüchtlinge hetzt, wird sie es jetzt schwerer haben, ihre rassistischen Vorurteile zu verbreiten. Weitere Informationen hier. Bild: Amadeu-Antonio-Stiftung
Gegen rassistische Stimmungsmache in Leipzig geht der Initiativkreis Menschen. Würdig. vor. Das Netzwerk setzt sich durch politische Arbeit und Kulturveranstaltungen für ein „menschenwürdiges Leben & Wohnen auch für Asylsuchende“ ein. Bild: Dezentralisierung Leipzig jetzt!
Ruheständler Jürgen Gunkel hat nicht nur ein Herz für Sport, sondern auch den Willen, etwas zu bewegen. Also stellte der schon länger in der Sportförderung für Kinder und Jugendliche tätige Dresdener beim "Ausländerrat" seine Ideen vor, mit Erfolg. Es entstand eine Kooperation, durch die migrantische Mädchen und Frauen das Fahrradfahren lernten, Kontakte knüpften und Sprachbarrieren abbauten. "Nirgendwo ist Integration leichter zu beginnen als beim Sport", ist der Rentner überzeugt. Informationen über seine Projekte für Flüchtlinge gibt es hier. Im Bild (Rechte: Ausländerrat) ein Eislaufkurs im Januar 2014.
Türöffner für Flüchtlinge und Asylsuchende in Flensburg: Um ihnen rasch mehr Teilhabe zu ermöglichen, hat die Stadt kurzerhand alle Integrationsmaßnahmen auch für sie geöffnet. So bekommen Flüchtlinge und Migrant_innen nun unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus kostenlose Deutschkurse – leider vielerorts noch keine Selbstverständlichkeit, aber dafür umso nachahmenswerter! Bild: flickr.DanieleCivello
Im Jahr 2012 starteten selbstorganisierte Flüchtlingsgruppen einen Sternmarsch nach Berlin. Seither dauern die Flüchtlingsproteste in Deutschland an, die sich gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Flüchtlingen richten. Die soziale Bewegung zu dokumentieren, hat sich die Gruppe Photographers in Solidarity zur Aufgabe gemacht. Mit ihren Fotos verleiht die Gruppe nicht nur Einzelnen der in der Öffentlichkeit oft als anonyme "Masse" wahrgenommenen Flüchtlingen "ein Gesicht". Die Fotos decken auch die vielfach entwürdigenden Lebensumstände für Flüchtlinge in Deutschland und die Verletzungen ihrer Rechte auf. Bild: Gabriele Senft
Einer der wichtigsten Briefkästen für Flüchtlinge im Weimarer Land gehört der Gutschein-Tauschinitiative Apolda. Unterstützende deponieren hier Bargeld, das die Initiative einmal im Monat abholt und bei Flüchtlingen gegen Lebensmittelgutscheine eintauscht. Das Ziel: Asylsuchenden in einen diskriminierungsfreien Einkauf zu ermöglichen und gleichzeitig ihre Isolation zu durchbrechen. Hier geht's zu einem Medienbericht. Weitere Informationen hier. Bild: Flüchtlingsrat Thüringen
Es war eine trostlose Ruine im Zentrum der Stadt: Ganze vier Jahre lang stand das ehemalige Seniorenheim des Diakonischen Werks Augsburg leer. Da erhielten die Verantwortlichen 2011 eine ungewöhnliche Anfrage von einer Gruppe Kreativer. Dank ihrer beispiellosen Initiative ist nun eine der progressivsten Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland entstanden: Das Grandhotel Cosmopolis. Bild: Grandhotel Cosmopolis; weitere Informationen auch hier.
Im bayerischen Ebenhausen stellte der Bürgermeister die Weichen für eine gelebte Willkommenskultur: Vereine und Bewohner rief er dazu auf, neu ankommenden Asylsuchenden bei ihrer Eingewöhnung zur Seite zu stehen. So ein klares politisches Bekenntnis zu Flüchtlingen entziehen rassistischen Ressentiments den Boden und beflügeln zivilgesellschaftliches Engagement. In Ebenhausen hat sich ein fester Kreis von Ehrenamtlichen gebildet, der Flüchtlingsfamilien unterstützt. Bild: Stefan Geiger. Linkliste mit weiteren Beispielen

Aktiv Willkommenskultur gestalten 

 

Nur eine wache, engagierte Zivilgesellschaft vermag rechtsextremer Hetze und rassistischen Ressentiments gegen Flüchtlinge wirksam entgegenzutreten. 

Effektiv helfen heißt aber auch, erst einmal zu schauen, was die Betroffenen am meisten brauchen. Nicht alle Menschen haben Kontakt zu Flüchtlingen und kennen deren wichtigsten Bedürfnisse. Hier einige Tipps* zum Einstieg:

Kontakt zu kompetenten Ansprechpartner/innen herzustellen ist zentral. Dazu zählen: Rechtsanwält/innen, Krisendienste und Seelsorger/innen, Sozialberatung sowie Ärzt/innen, die Geflüchtete kostenlos beraten und behandeln.

■■ Suchen Sie sich selbst Rat und Unterstützung von Expertinnen und Experten! Eine Vernetzung mit anderen bereits Aktiven macht Mut und ermöglicht wichtigen Erfahrungsaustausch.

■■ Hingehen und nachfragen: Sprechen Sie mit den Menschen, um sie, ihre Situation und jeweiligen Bedürfnisse kennen zu lernen. Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, Dinge zu sammeln und zu spenden (z.B. Fahrräder für mehr Mobilität). Manche Menschen wünschen sich dagegen als erstes Sprachunterricht, andere suchen sozialen Kontakt oder Freizeitbeschäftigungen.

■■ Setzen Sie auf Ausdauer statt auf Aktivismus: Weniger ist auf lange Sicht wahrscheinlich mehr!

Viele der hier versammelten Tipps und Beispiele finden Sie in der Broschüre Refugees Welcome - Gemeinsam Willkommenskultur gestalten von PRO ASYL und der Amadeu Antonio Stiftung.