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Liebe Leserinnen und Leser,

 

vielen Dank für Ihr Interesse am Fachpolitischen Newsletter von PRO ASYL. Wir versenden die heutige Ausgabe mit einer neuen Versandmethode, die uns die Empfängerverwaltung erleichtert, Ihnen das automatische Austragen aus der Empfängerliste ermöglicht und ein etwas übersichtlicheres Layout erlaubt. Sollte ihr E-Mail-Programm den Newsletter nicht richtig anzeigen, bitten wir Sie, den Fachpolitischen Newsletter Nr.185 / August 2012 hier aufzurufen.

mit freundlichen Grüßen,

Ihr PRO ASYL-Team

 

Inhalt

Allgemeine Meldungen BRD

Weiter Proteste gegen Flughafenknast BER

Taufe und Konversion

EASO: Wieder ein erster Schritt irgendwohin

Thüringen: Zahnerhaltung weiter asylbewerberrechtlich umkämpft

Proteste gegen Charterabschiebungen in Düsseldorf

Zella-Mehlis bald endlich geschlossen

SFH zu den gefährlichen Fluchtwegen von Eritreern

Bundesinnenminister relativiert die Menschenwürde auch nach der Karlsruher Entscheidung

Verbesserungen bei der Arbeitserlaubnis

Warum verbrannte Oury Jalloh? Neues Brandgutachten vergrößert Zweifel

Meldungen zur Flüchtlingspolitik der EU und einzelner EU-Länder

Menschenrechtskommissar des Europarates kritisiert Zustände in Italien

Zunahme der Ankünfte von Bootsflüchtlingen in Spanien und Frontex-Operationen

Kommission prüft Vorwürfe gegen Italien

UNHCR zur Asylsituation in Ungarn

RoG: Verfolgung von Bloggern in Vietnam

Übergriffe gegen Roma auch in Norwegen

HRW zur Situation von Flüchtlingen in Malta

Stellungnahme gegen EU-Akzeptanz für Menschenrechtsverletzungen in Serbien und Mazedonien

Griechenland: HRW-Bericht zur Gewalt gegen MigrantInnen

Griechenland: Amnesty-Bericht zu Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten

Tödliche Gewalt des Anti-Roma-Rassismus

Montenegro: Brand macht Flüchtlinge obdachlos

Newsletter Italien

Internationale Meldungen und Meldungen zu Herkunftsländern

Maghreb: Der Widerstand gegen die Festung Europa formiert sich

Verschärfung der Situation in Sri Lanka


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Allgemeine Meldungen BRD

Weiter Proteste gegen Flughafenknast BER


Flüchtlingsinitiativen haben Ende Juli 2012 erneut gegen das Abschiebegefängnis im Flughafen Berlin-Schönefeld, künftig „Willy-Brandt“, protestiert. Der Mietvertrag für die Einrichtung läuft ab 1. August 2012. Das sei aber nicht gleichbedeutend mit der Inbetriebnahme als Abschiebegefängnis, so ein Sprecher des Brandenburgischen Innenministeriums laut der Lausitzer Rundschau vom 30. Juli 2012. Trotzdem wird wohl der Flughafenknast lange vor dem Flughafen selbst funktionieren. Gleichzeitig hat Brandenburg eine Bundesratsinitiative gegen das Flughafenasylverfahren gestartet. Da hat der Brandenburgische Innenminister bei Inbetriebnahme des Flughafens allen Grund, bei seiner Einweihungsrede auf die dunklen Seiten des Flughafens hinzuweisen. Willy Brandt und die brandenburgische Landesregierung – sie haben’s nicht gewollt.

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Taufe und Konversion


Das Kirchenamt der EKD hat im Mai dieses Jahres einen Fachtag zum Thema „Taufe und Konversion im Asylverfahren“ durchgeführt. Die Dokumentation ist jetzt verfügbar. Bei der Tagung ging es um rechtliche und theologische Aspekte der Taufe, sowie die Praxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Zusammenhang mit Konversionsfällen. Rechtsanwalt Victor Pfaff erläuterte die sich bei konvertierten iranischen Flüchtlingen, die einen Asylantrag stellen, aufdrängenden Fragen.

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EASO: Wieder ein erster Schritt irgendwohin


Die Bundesregierung hat eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion zur „Arbeit des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen“ (BT-Drs. 17/10276) beantwortet. Nach Vorstellung der Bundesregierung soll das Asylunterstützungsbüro mit Sitz auf Malta eine wichtige Rolle bei der Informationsbeschaffung zur Erkennung und Beseitigung von Mängeln im Asylsystem der Mitgliedstaaten übernehmen und als Schaltstelle in operativ-praktischen Staaten zwischen den Experten des betroffenen Mitgliedstaates, anderen Mitgliedstaaten und der Kommission fungieren. Das könnte aus Sicht der Bundesregierung ein erster Schritt zu einem kontinuierlichen Monitoring der Asylsituation in den Mitgliedstaaten verbunden mit einer regelmäßigen Trend- und Risikoanalyse werden. Wie viele Gremien hatten eigentlich eine ähnliche Job Description in den letzten Jahren? Irgendwie erinnert das Ganze an den „Vorbereitungskreis Parallelaktion aus Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“. „Doch erweist sich die Bewältigung der Aufgabe, die sich  dieser Kreis gestellt hat, als unmöglich, denn in einer Zeit, in der sich jeder nur in seinem eigenen Lebensbereich spezialisiert, lässt sich keine umfassende Idee mehr finden, mit der sich alle identifizieren könnten. Die Parallelaktion erweist sich also als Treffpunkt der unterschiedlichsten Personen, die mit- und gegeneinander intrigieren und unter dem Deckmantel, dem großen Ganzen zu dienen, ihre eigenen Interessen verfolgen.“ (Wikipedia) Jedenfalls in der unabsehbar langen Anlaufphase ist das EASO ein „Büro ohne Eigenschaften“. Es zeichnet sich eine weitere Materialisierung der Steuerungsillusionen europäischer Migrationspolitik in Büroform ab, wie sie etwa in Form des CIGEM in Malis Hauptstadt Bamako existieren.

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Thüringen: Zahnerhaltung weiter asylbewerberrechtlich umkämpft


Mehr als anderswo ist die zahnärztliche Behandlung von Flüchtlingen in Thüringen seit Jahren in der Kritik. Bereits in der Vergangenheit waren Vorwürfe laut geworden, das Asylbewerberleistungsgesetz würde in diesem Bundesland besonders restriktiv angewendet. Steffen Dittes berichtet unter der Überschrift „Ein Vorrang, der keiner sein soll“, erschienen im Info Nr. 2/2012 (auf den Seiten 12+13) des Flüchtlingsrates Thüringen, über den aktuellen Stand der Auseinandersetzung über die zahnmedizinische Versorgung. Immer wieder würden Fälle bekannt, in denen Flüchtlinge erhaltbare Zähne eher gezogen werden, als diese nach den Regeln ärztlicher Kunst zu erhalten. Das Thüringer Landesverwaltungsamt habe mit einem Rundschreiben Klarheit schaffen sollen – und genau das nicht getan. Das Thema erinnert daran, dass auch nach dem Karlsruher Urteil zur Verfassungswidrigkeit des AsylbLG große Problemfelder bleiben, die die Forderung nahelegen, dass die Abschaffung des AsylbLG die einzige Methode ist, um demütigende und diskriminierende Praktiken abzuschaffen.

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Proteste gegen Charterabschiebungen in Düsseldorf


Am 21. Juli 2012 haben 800 Demonstrantinnen und Demonstranten den Flughafen Düsseldorf unter dem Motto „Abschiebungen sind zum Kotzen“ in eine Protestzone verwandelt. Düsseldorf ist ein Drehkreuz von Charterabschiebungsflügen u.a. in Richtung Kosovo.

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Zella-Mehlis bald endlich geschlossen


Das Lager Zella-Mehlis, seit Jahren in der Kritik, wird geschlossen. Diese erfreuliche Meldung verbreitet  The Voice Refugee Forum per Pressemitteilung am 18. Juli 2012. Die Break-Isolation-Kampagne sei erfolgreich gewesen. Die Flüchtlinge aus dem Lager bekämen nun, wofür sie lange gekämpft hätten: Wohnungen für alle. Eineinhalb Jahre nach den Aktionen und kontinuierlicher Dokumentationsarbeit habe die private Betreiberfirma den Vertrag gekündigt und der Kreistag für die Schließung gestimmt.

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SFH zu den gefährlichen Fluchtwegen von Eritreern


Eritreische Flüchtlinge werden im Sudan und im Sinai Opfer von Entführungen und Lösegelderpressungen. Dies ergibt sich aus einem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) mit der etwas irreführenden Überschrift „Eritrea: Entführungen, Erpressungen, Organhandel“ (Verfasserin: Alexandra Geiser). Der Vorwurf des Organhandels bezieht sich auf einen Bericht der israelischen NGO Physicians for Human Rights (PHR), die 900 Eritreer und Eritreerinnen interviewt hat, die im Sinai festgehalten und gefoltert worden waren. Auch die ägyptische NGO New Generation Foundation for Human Rights im Nord-Sinai berichtet über Fälle von Tötung und Organentnahme. Das Papier der SFH berichtet darüber hinaus über weitere Gefahren, denen sich eritreische Flüchtlinge auf ihrem Weg über den Sinai und über die ägyptische Grenze ausgesetzt sehen, bevor viele von ihnen in israelischer Haft landen.

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Bundesinnenminister relativiert die Menschenwürde auch nach der Karlsruher Entscheidung


Kaum war das Urteil zur Verfassungswidrigkeit des AsylbLG gesprochen, beeilten sich viele zu versichern, wie sehr ihnen doch das Bundesverfassungsgericht aus der Seele gesprochen habe. Unter ihnen befand sich auch Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer mit der Aussage, sie habe schon immer völlig nachvollzogen, dass die Leistungen des AsylbLG zu niedrig seien. Das ließ der Bayerische Flüchtlingsrat nicht unkommentiert stehen, zumal sie beiläufig noch behauptete, das AsylbLG sei unter Rot-Grün verabschiedet worden. Der Flüchtlingsrat veröffentlichte am 20. Juli 2012 die präzise politische Handlungsaufforderung: „Schämen Sie sich, Frau Haderthauer!“. Er erinnert an Haderthauers Verhalten im Jahr 2010, als sie den Flüchtlingsprotesten gegen das AsylbLG jeglichen Grund abgesprochen hatte. In einer weiteren Presseerklärung vom 31.07.2012 kritisiert der Bayerische Flüchtlingsrat einen kurzen Auftritt von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Bamberg. Der hatte das Bundesverfassungsgerichtsurteil zu den Asylbewerberleistungen in spontanen öffentlichen Äußerungen ziemlich flapsig beiseitegeschoben und besteht auch für die Zukunft kategorisch auf einem Abstand zu den Hartz-IV-Leistungen. Da wurde die Menschenwürde gegen Geist des Karlsruher Urteils erneut migrationspolitisch relativiert.

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Verbesserungen bei der Arbeitserlaubnis


Über wichtige Verbesserungen bei der Arbeitserlaubnis und -suche für ausländische Studierende und  andere Ausländer ab dem 1. August 2012 informiert eine Zusammenstellung von Georg Classen (Berliner Flüchtlingsrat). Die in dem Paket enthaltene zeitliche Begrenzung des Zustimmungsverfahrens bei der Arbeitsagentur für Beschäftigungserlaubnisse jeder Art auf in der Regel 14 Tage gilt unter anderem auch für Asylsuchende, Geduldete und weitere Personengruppen. Nach Ablauf der Frist gilt die Zustimmung in der Regel als erteilt. Quellen: Drucksache BT 17/8682, Drucksache BT 17/9436, Netzwerk „Land in Sicht! - Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“

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Warum verbrannte Oury Jalloh? Neues Brandgutachten vergrößert Zweifel


Auch sieben Jahre nach dem Tod von Oury Jalloh steht die Frage im Raum: „Warum verbrannte Oury Jalloh?“. Die Initiative „Im Gedenken an Oury Jalloh“, das „Komitee für Grundrechte und Demokratie“ und die „Internationale Liga für Menschenrechte“, die den Verlauf des Prozesses beobachten, haben jetzt eine erneute Zwischenbilanz gezogen. Inzwischen wurde ein neuer Sachverständiger zur Klärung der Frage beigezogen, wie der Brand entstanden sei und sich entwickelt haben könnte. Dessen Argumente brächten Grundannahmen ins Wanken, die bisher im Verfahren als unumstößlich gegolten hätten, so die prozessbeobachtenden Organisationen. Sie kritisieren die Festlegung der Staatsanwaltschaft und der Gerichte auf die fragwürdig gewordene Grundannahme, Oury Jalloh habe das Feuer selbst gelegt.

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Meldungen zur Flüchtlingspolitik der EU und einzelner EU-Länder

Menschenrechtskommissar des Europarates kritisiert Zustände in Italien


Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Nils Muižnieks, veröffentlichte am 9. Juli 2012 eine Stellungnahme zu einem viertägigen Besuch in Italien vom 3. bis 6. Juli 2012. Ein ausführlicher Bericht wird noch erwartet. Schwerpunkte des Aufenthalts waren die menschenrechtliche Situation von Roma und Sinti, sowie die Menschenrechte von Migranten und Asylsuchenden in Italien. In der Stellungnahme begrüßte der Kommissar die Bekanntmachung auf höchster politischer Ebene in Italien, dass die „Push-Back“-Politik im Mittelmeer nicht länger verfolgt werde in Folge des Hirsi-Urteils durch den Menschenrechtsgerichtshofs in Strasbourg. In seinen Empfehlungen nannte er die Notwendigkeit, dass alle Aufnahmezentren adäquaten Schutz garantieren müssten. Er stellte fest, dass offiziell anerkannte Flüchtlinge und Schutzberechtigte keine angemessene Unterstützung erhielten und unter elenden Bedingungen lebten. Muižnieks sagte, er selber sei Zeuge nicht tolerierbarer Umstände geworden, mit denen 800 Schutzberechtigte konfrontiert seien, die in einem verlassenen Gebäude in Rom um ihr Überleben kämpften. „Dies ist inakzeptabel in einem Land wie Italien“, betonte der Menschenrechtskommissar.

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Zunahme der Ankünfte von Bootsflüchtlingen in Spanien und Frontex-Operationen


Vom 1. Januar  bis zum 9. Juli 2012 wurden 1.037 Flüchtlinge auf 44 Booten beim Erreichen der andalusischen Küste abgefangen. Dies berichtete Europa Press am 9. Juli 2012. Die meisten Ankünfte erfolgten in den Provinzen von Granada und Almeria. Weitere Überfahrten sollen durch die Frontex-Operation Indalo 2012, die im Mai startete, verhindert werden. Die gemeinsame Operation Indalo zielt auf das Abfangen von Flüchtlingen und Migranten im westlichen Mittelmeer und insbesondere auf der Route von Marokko und Algerien nach Andalusien. Die Zeitung ABC berichtete von den Befürchtungen spanischer Beamte, der Frontex-Einsatz könne zu einer Verlagerung der Fluchtroute in Richtung Norden und der Küste von Alicante führen. Ein erstes Boot wurde dort am 9. Juli bei der Anlandung entdeckt. Die Guardia Civil, so ABC, gehe jedoch davon aus, dass die Stabilisierung der Situation in Nordafrika zu einer erneuten Abnahme von Bootsflüchtlingen im westlichen Mittelmeer führen werde. Die gemeinsame Frontex-Operation Minerva startete am 13. Juli und soll für eine verstärkte Überwachung und Kontrolle von Passagieren, die mit Fähren aus Marokko nach Spanien oder nach Ceuta gelangen, sorgen.

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Kommission prüft Vorwürfe gegen Italien


Nach einer Meldung des EU Observer vom 20. Juli 2012 wird die Europäische Kommission Vorwürfe gegen Italien prüfen, mit der Rücküberstellung unbegleiteter Minderjähriger nach Griechenland würden grundlegende Rechte verletzt. Entsprechende Vorwürfe hatten der Griechische Flüchtlingsrat und PRO ASYL zu Anfang des Monats erhoben. Die EU Kommission wies darauf hin, dass es eine Verpflichtung der Mitgliedstaaten gebe, Schutzsuchenden wirksamen Zugang zum Verfahren zu geben.

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UNHCR zur Asylsituation in Ungarn


UNHCR hat zusätzlich zur englischen Originalversion eine deutsche Übersetzung des aktuellen UNHCR-Papiers „Hungary as a country of Asylum – Observations on the situation of asylum-seekers and refugees in Hungary“ veröffentlicht.

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RoG: Verfolgung von Bloggern in Vietnam


Reporter ohne Grenzen berichteten in einer Pressemitteilung vom 19. Juli 2012 über den Druck, den Vietnam auf kritische Blogger ausübt. Vor dem Hintergrund der Proteste in den arabischen Ländern und der demokratischen Reformen in Birma fürchte die vietnamesische Regierung den freien Informationsaustausch im Internet und verstärke ihre Repressionen. Reporter ohne Grenzen schildert Einzelfälle der Verfolgung von Bloggern. Mit aktuell 18 inhaftierten Internetaktivisten gelte das Land neben China und dem Iran zurzeit als größtes Gefängnis für Internetaktivisten. In der Rangliste der Pressefreiheit sei Vietnam auf Platz 172 von 179 einzuordnen.

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Übergriffe gegen Roma auch in Norwegen


Eine Gruppe von rund 2000 Roma flieht vor dem Elend Rumäniens nach Norwegen und wird dort in einen Steinbruch ausgelagert, wo Unbekannte mit Feuerwerkskörpern auf sie schießen. Dies berichtet die Frankfurter Rundschau vom 16. Juli 2012. Lokalpolitiker hätten die Roma als unwillkommen bezeichnet. Man versuche mit formalen Gründen die Roma loszuwerden. Eine Geschichte wie leider in fast allen EU-Staaten auch im als ausländerpolitisch relativ liberal geltenden Norwegen.

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HRW zur Situation von Flüchtlingen in Malta


Human Rights Watch hat unter der Überschrift „Boat Ride to Detention“ am 18. Juli 2012 einen Bericht über die Situation von erwachsenen und Kinderflüchtlingen in Malta vorgelegt. Nach traumatisierenden Seereisen würden praktisch alle „irregulären Migranten“ inhaftiert, was das Trauma der Fluchtwege verstärken könne. Im Juli 2012 sei der 32-jährige malische Migrant Mamadou Camara in maltesischer Haft tot aufgefunden worden. Der Bericht bestätigt vorangegangene Quellen, so auch zur Inhaftierung von Minderjährigen, die in Malta an der Tagesordnung ist.

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Stellungnahme gegen EU-Akzeptanz für Menschenrechtsverletzungen in Serbien und Mazedonien

Die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. in Münster hat sich mit einer Stellungnahme zur „Situation von Rückkehrern nach Serbien und Mazedonien“ an die Öffentlichkeit gewandt und kritisiert, dass die EU menschenrechtswidrige Maßnahmen unterstützt. Auf Druck der EU griffen die Regierungen Serbiens und Mazedoniens auf Maßnahmen wie Passentzug, verstärkte Ausreisekontrollen usw. zurück. In Mazedonien existiert bereits ein Gesetz, das die Asylantragsstellung in einem anderen Land unter Strafe stellt. Sowohl das Recht, in einem anderen Staat Asyl zu suchen als auch das Recht, das eigene Land verlassen zu können, seien sowohl in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als auch in der europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten verankert. Zum selben Thema hat sich  mit neuen Fakten Karin Waringo am 18. Juli 2012 unter der Überschrift „Right to stop travel“ geäußert. Während auf der einen Seite europäische Gremien Resolutionen verabschiedeten, nach denen die Situation von Roma inakzeptabel sei, werde andererseits in der EU der Versuch der Roma, extremer Diskriminierung durch Asylantragstellung in anderen Ländern zu entkommen, als lediglich wirtschaftlich motiviert bezeichnet.

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Griechenland: HRW-Bericht zur Gewalt gegen MigrantInnen


Human Rights Watch hat unter der Überschrift „Greece‘s other Crisis: Xenophobic violence” am 13. Juli 2012 einen Besorgnis erregenden Bericht über die anhaltende Gewalt gegen Migranten in Griechenland veröffentlicht. Es fehle an einer Antwort von Seiten der griechischen Behörden, der Polizei und des Justizsystems. Überall werde das Problem heruntergespielt.

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Griechenland: Amnesty-Bericht zu Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten


Einen weiteren Bericht mit dem Titel „Police Violence in Greece: Not just isolated incidents‘“ hat Amnesty International am 3. Juli 2012 zu Griechenland veröffentlicht. Er beschäftigt sich mit dem Gebrauch exzessiver Gewalt gegen weitgehend friedliche Demonstranten und Misshandlungen in Haft. Der Bericht konzentriert sich nicht auf die Situation von Migrantinnen und Migranten, zeigt aber, wie weit verbreitet die missbräuchliche Anwendung von Gewalt von staatlicher Seite in Griechenland ist.

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Tödliche Gewalt des Anti-Roma-Rassismus


Auf der Website der Open Society Foundations hat Bernard Rorke am 18. Juli 2012 unter der Überschrift „Killing Time: The Lethal Force of Anti-Roma Racism” auf die Vielzahl von gewalttätigen Anschlägen auf Roma in mehreren EU-Staaten hingewiesen. Was besonders verstörend sei an der aktuellen Entwicklung, sei die Indifferenz und Ambivalenz der Mehrheit gegenüber den Opfern. Gewaltakte bekämen öfter offene Unterstützung von breiten Teilen der Öffentlichkeit. Seit Jahren schon unterstützten aber auch Äußerungen von Politikern die Aktionen des Mobs oder organisierter rassistischer Gruppen.

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Montenegro: Brand macht Flüchtlinge obdachlos


850 Roma-Flüchtlinge in Montenegro müssen in Zelten leben, nachdem ihre Siedlung in den Außenbezirken von Podgorica durch ein Feuer zerstört wurde. Viele Flüchtlinge verloren ihre ganze Habe, Dokumente, Geld. Die ersten der Flüchtlinge kamen vor dreizehn Jahren aus dem Kosovo in diese Siedlung. Anlässlich des Feuers werden nun auch die Beschwerden der Bewohner wahrgenommen, die den Behörden vorwerfen, in den letzten Jahren nichts für sie getan zu haben.

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Newsletter Italien


zusammengestellt von Judith Gleitze und Sabine Schmidtke, Palermo

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Internationale Meldungen und Meldungen zu Herkunftsländern

Maghreb: Der Widerstand gegen die Festung Europa formiert sich


Auf der Website des Verlages Edition Assemblage berichtet Bernhard Schmid, der Autor des Buches „Die arabische Revolution? – Soziale Elemente und Jugendprotest in den nordafrikanischen Revolten“ über Debatten anlässlich der Vorbereitungen auf das Afrikanische Sozialforum, das im nächsten März in Tunesien stattfinden wird. Im Maghreb organisiert sich der Widerstand gegen Umgang mit Migrantinnen und Migranten, den die Staaten der Region im Auftrag der Festung Europa betreiben. In Tunesien ist „illegale Ausreise“ nach einem aus der Zeit der Diktatur stammenden Gesetz ebenso strafbar wie die Nicht-Anzeige der Kenntnis eines Ausreiseversuchs. Doch, so der Autor, einiges beginne sich zu wandeln. So habe die Regierung angekündigt, die Migrationsabkommen mit den EU-Staaten mittel- und längerfristig neu zu verhandeln. Offenbar gehe es dabei allerdings lediglich um die Situation der im Ausland lebenden tunesischen Staatsangehörigen. Verschärft habe sich unter anderem aktuell die Praxis in Marokko. In Reaktion auf Auseinandersetzungen am Grenzzaun der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, bei denen ein Polizist zu Tode kam und 30 Migrantinnen und Migranten verletzt wurden, verhafteten marokkanische Behörden am 11. Juli 2012 in Nador 400 Personen und setzten sie im Landesinneren aus, unter ihnen schwangere Frauen.

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Verschärfung der Situation in Sri Lanka


Pax Christi warnt in einer Pressemitteilung vom 4. Juli 2012 unter der Überschrift „Der Krieg gegen die Tamilen beginnt jetzt“ vor einer Verschärfung der Situation in Sri Lanka. Tamilen würden dort aktuell zur Minderheit in ihrem eigenen Gebiet gemacht. Von Regierungsseite sei zwar der Frieden erklärt worden, jüngste Ereignisse allerdings zeugten auch nach Aussagen von hochrangigen Kirchenvertretern in Sri Lanka von einem nicht erklärten Krieg gegen die Tamilen.

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